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Wie gehe ich mit Geburtsschmerzen um? [Video]

In diesem Video erzähle ich dir, wofür Geburtsschmerzen gut sein können. 8 Minuten, die vielleicht deine Meinung über Geburtsschmerzen für immer verändern werden!Hier der vollständige Text des Videos:

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wofür Geburtsschmerzen gut sein könnten? Ich habe letztens das französische Buch “J’accouche bientôt. Que faire de la douleur ?” (Ich entbinde bald. Was mit dem Schmerz machen?) von Maïtie Trélaün gelesen und wollte meine Entdeckungen mit dir teilen:

Unsere Gesellschaft toleriert keinen Schmerz

Sobald Schmerz aufkommt, wird mit allen Mitteln versucht, ihn zu stoppen. Je mehr Schmerzmittel wir zu uns nehmen, desto weniger akzeptieren wir Schmerz. Wir versuchen gar nicht mehr, ihn zu verstehen.  

Schmerz beschützt uns

Dabei ist Schmerz unser größter Beschützer. Durch seine unangenehmen Signale, welche sich in unserem Gedächtnis tief verankern, hilft er uns, unseren Körper zu schützen. Ohne ihn könnte das Leben gar nicht existieren. Wir hätten zum Beispiel nicht den Reflex, unsere Hand sofort aus dem Feuer zu ziehen.

Geburtsschmerzen als Wegweiser

Geburtsschmerzen sind sehr unterschiedlich von Frau zu Frau und auch von Geburt zu Geburt. Einige Frauen haben den Zweck des Schmerzes verstanden und lassen sich durch ihn führen. Der Schmerz zeigt mir meine Widerstände: dort, wo es weh tut, soll ich loslassen, mich entspannen, mich öffnen, damit mein Baby zur Welt kommen kann. Diese Frauen finden ganz instinktiv die besten Geburtspositionen für sich und ihr Baby, einfach weil sie auf die Signale ihres Körpers hören.

Der weibliche Initiationsritus

Die Geburt ist ein Initiationsritus für die Frau, um Mutter zu werden. Die Initiationsrituale der uns vorangegangenen Ethnien sind ausschließlich für Männer, sicherlich weil es für Frauen die Geburt gibt. Die Rituale sind sehr unterschiedlich, aber man findet immer einen Bezug zum Schmerz, als ob das Schmerzerlebnis nötig wäre, um Vergangenes hinter uns zu lassen und uns für Neues zu öffnen. Die Geburt ermöglicht uns Frauen einen Zugang zu uns selbst, den wir oft gar nicht erahnten: eine unglaubliche Kraft und ein tiefes Vertrauen in die Fähigkeit, unser Kind im Leben zu begleiten.

Der Platz des Vaters

Die Geburt eines Kindes ist also auch die der Mutter, aber auch die des Vaters. Der Vater muss seinen Platz bei der Geburt finden, um seinen eigenen Weg zu gehen und Vater zu werden. Er sollte verstehen, was in jeder Geburtsphase genau passiert und wie er mit den Ängsten seiner Frau umgehen kann, um mit ihr in tiefer Verbindung zu bleiben und ihr die nötige Präsenz und Unterstützung während der Geburt geben zu können.

PDA : Flucht oder Lösung?

Jetzt fragen sich viele Mütter warum nicht einfach zur PDA greifen, um den Geburtsschmerz zu lindern? Hierzu möchte ich dir von einer randomisierten kontrollierten Studie* erzählen, über die Wirkung der PDA auf das Schmerzgefühl. Frauen, welche die PDA wollten, wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die der ersten Gruppe erhielten die PDA ganz normal. Die Frauen der zweiten Gruppe dachten, sie würden die PDA erhalten, ihnen wurde allerdings lediglich eine physiologische Flüssigkeit injiziert, also Salzwasser, wie unsere Tränen, ohne jegliches Schmerzmittel. Die Studie wurde dreifachblind durchgeführt, das heisst, weder die Frauen, noch die Ärzte, noch die Anästhesisten wussten Bescheid. Und stell dir vor, was passiert ist: die Frauen beider Gruppen waren mit ihrer PDA genau gleich zufrieden. Unglaublich! 3 Jahre später wurde eine Kontrolle** durchgeführt, welche das gleiche Ergebnis gebracht hat.

Dies zeigt also, wie beeinflussbar unser Schmerzempfinden ist. Außerdem zeigt es auch, dass Mamas während der Geburt vor allem eine enorme Beruhigung brauchen und dies dann in der PDA suchen.

Schmerz wird Bewusstsein

Das Bewusstsein wird durch Schmerz erweckt. Wir fühlen unsere Grenzen nur unter Schmerzen. Nehmen wir mal ein Beispiel im Bereich der Gesundheit. Ich spüre meinen Magen nur, wenn er mir weh tut, ansonsten merke ich gar nicht, dass ich einen Magen habe, schade eigentlich. Wir haben eine Sensibilität unseren Körperempfindungen und Emotionen gegenüber verloren.

Die Hebamme und Autorin des französischen Buches Maïtie Trélaün wagt es also zu behaupten, dass eine schmerzfreie Geburt durchaus möglich ist, nicht weil wir einen Ausweg gefunden haben, aber einfach, weil wir bewusster auf alle Zeichen hören, die uns unser Körper gibt und so der Schmerz nutzlos wird.

Zusammenfassend kann ich sagen, was mich in diesem Buch so beeindruckt hat, ist, dass die Autorin uns verhilft, den Schmerz nicht als unangenehmen, notwendigen Übergang zum Mamawerden anzusehen, sondern ihn mit Dankbarkeit anzunehmen, um seine verborgenen Schätze für uns und unser Baby zu entdecken.

 

*Chesnut et al., Anesthesiology 1987 Jun; 66(6) : 7743-80

**Chesnut et al., Anesthesiology 1990 Apr; 72(4) : 613-8

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