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Visualisation

Der Tanz der Geburt [Visualisation]

Diese inspirierende Geschichte (Visualisation) hat mir so gut gefallen, dass ich sie heute mit dir teilen möchte. Lass dich vom Tanz der Geburt überraschen:

Meine Freundin,

du hast das Glück, ein Kind unter dem Herzen zu tragen und es zum Leben zu bringen. Dies ist ein einzigartiges Ereignis im Leben einer Frau, gewebt von Freude und Leid, Gewissheit und Angst, Wunsch und Ablehnung: die Zweideutigkeiten des Lebens.

Lass dich gehen, fühle dich wie eine Alge im Meer, die von den Wellen geschaukelt wird. Egal wie stark die Gezeiten auch sein mögen, die Alge ist gut im Boden verankert, wie du in deinem Leben.

Lass mich dir die Geschichte der Geburt erzählen.

Du weisst, dass nun dein Kind bald seine Nasenspitze zeigen wird und du hast dich darauf vorbereitet. Aber letztendlich kommt es dann doch immer überraschend: Zuerst stellt sich die Frage (ist es jetzt soweit?), manchmal mit Ängsten verbunden, ein bisschen so wie Lampenfieber. Dann wird es immer klarer, du spürst es ganz tief im Bauch (es ist soweit!). Mit dieser Gewissheit kommt auch Ruhe auf, die Würfel sind gefallen, jetzt heißt es nur noch sich gehen lassen, alea iacta est!

Die Zeit steht still, die Außenwelt existiert nicht mehr, alles geschieht in deinem Inneren. Die Wehen kommen wie Wellen, in einem regelmässigen Hin und Her, das die Stille unterbricht. Sie rütteln dich durch, sie bewohnen dich und bringen deinen Körper in Bewegung. Der Rhythmus ist da, der Tanz kann beginnen. Es ist ein Paartanz, in dem dein Partner der Schmerz ist; liebevoll, beschützend und anspruchsvoll leitet er jeden deiner Schritte. Höre auf ihn, heiße ihn Willkommen, lass dich führen, pass dich an ihn an, widerstehe ihm nicht. Hab keine Angst. Du hast Zeit, mit ihm Bekanntschaft zu machen, dich mit der Musik vertraut zu machen und mit dem Rhythmus mitzuschwingen.

Wenn er dich bereit fühlt, bringt er dich ein Stück weiter, ein wenig schneller. Entspanne deinen Nacken, lass die Schultern locker, löse deinen Kiefer, lass die Bewegung deine Hüften schwingen. Schließe deine Augen und verliere nicht den Rhythmus. Hab keine Angst, vertraue ihm, er kennt deine Grenzen besser als du selbst. Er weiss, wohin der dich führt, er bringt dich zur Mutter. Geniesse jede Ruhepause, um Atem zu schöpfen und akzeptiere, dass er dich wieder weiternimmt, ein wenig schneller, ein weniger straffer. Konzentriere dich auf seine Anwesenheit, seine Arme, die dir Halt geben, dich umschlingen und dich stützen. Fühle dich nicht eingeengt, sie sind da, um dich liebend zu führen. Ihr Ziel ist es, dich auf dieser Reise zu begleiten, dich zu drehen und dir zu helfen, in dein Innerstes zu gehen. Manchmal lässt er dich kurz los, damit du dich gut drehen kannst und dann fängt er dich wieder auf, genau im richtigen Moment, bevor du das Gleichgewicht verlierst. Nach und nach fasst du Vertrauen, er lässt dir Zeit dazu.

Wenn er dich bereit fühlt, lässt er dich plötzlich los … dann, wenn der Tanz am wildesten ist. Wirst du alleine tanzen können? Wirst du die Balance finden? Du hast kaum Zeit Angst zu haben, da triffst du schon auf einen neuen Partner, der dich im Flug fängt: es ist dein Baby, das kurz vor dem Ausgang ist. Vorbei ist der Tanz, es ist schon nicht mehr die gleiche Musik. Du spürst die Kraft, die dich vorantreibt, in die Zukunft, hin zur Begegnung. Schau, es liegt in deiner Hand, begrüsse es, nimm es in die Arme: es ist dein kleines Baby!

Ein weiterer Tanz beginnt, der der Mutter. Gerade erst geboren, ist es schon dein neuer Tanzpartner, lass dich von ihm leiten. Es gibt keinen mehr liebenden und unerbittlicheren Partner. Es gibt keine schönere Liebesgeschichte. Geh, vertraue ihm!

Deine Freundin

Aus dem französischen Buch “J’accouche bientôt. Que faire de la douleur?”

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