fermer la fenetre

GRATIS GEBURTSFÜHRER

Entdecke die 10 Geheimtipps
einer sanften Geburt

Geburtsführer

Visualisation

Der Fluss der Geburt [Visualisation]

Heute möchte ich mir dir diese schöne Geschichte teilen, eine Art Visualisation, die dir helfen wird, dir den Fluss der Geburt bildlich vorzustellen:

Um Mutter zu werden, muss die Frau durch den Fluss der Geburt schwimmen. Sie weiss, dass dieser Fluss nicht gefährlich ist, aber dass sie eine gewisse Distanz in ihm zurücklegen muss, um bis ans Meer zu kommen und ihr Baby zu empfangen.

Die Frau kann wählen, am Flussrand zu verharren und nur die Füße im Wasser baumeln zu lassen. Das Gewässer am Ufer ist seicht und wird sie nicht mitreissen; sie kann sich am Ufer festhalten oder die Hand der Person halten, welche am Ufer weilt. Allerdings ist der Weg zum Meer weit und sie muss allen Flusswindungen folgen. Sie muss auch achtsam sein, denn an Flussufern sammeln sich oft Scherben oder andere spitze Gegenstände an, manchmal leben hier auch Schlangen. Vielleicht kommt sie so zum Meer, indem sie jeden ihrer Schritte absichert. Es kann aber auch sein, dass sie Hilfe benötigt, wegen der Müdigkeit oder rutschigen Felsen und senkrechten Wänden … Diese Hindernisse können sie dazu bringen, letztendlich doch ins Wasser zu springen.

Dies hätte sie natürlich auch von Anfang an machen können, mit der Entscheidung, sich vom Strom leiten zu lassen. Manchmal ist dieser ruhig, andermal schnell. Es kann auch sein, dass er stärker ist, als sie es sich vorgestellt hatte. Aber sie erinnert sich, dass es in der Mitte des Flusses keine Gefahr gibt, keine spitzen Steine, keine Baumstämme oder andere Hindnisse. Sie weiss, dass ihre Begleitperson am Ufer ist und auf sie aufpasst. Diese Person ist für sie da, achtsam das nichts passiert und bereit, beim geringsten Problem ins Wasser zu springen und Hilfe zu holen.

Die Distanz, welche die Frau zu durchqueren hat, ist in beiden Fällen dieselbe, aber es wird viel schneller gehen, wenn sie den Sprung ins Wasser wagt. Es ist auch viel sicherer, denn der Strom spült die Mitte des Flusses durch und reinigt ihn so vor vielen Gefahren, die ans Flussufer gedrängt werden. Allerdings benötigt sie Mut, ins Wasser zu springen, sich leiten zu lassen, Vertrauen zu schöpfen und nicht kontrollieren zu wollen, was mit ihr geschieht.

Wenn sie schließlich das Meer erreicht, fühlt sie sich meist erschöpft, wenn sie den Uferweg gewählt hat. Wenn sie sich jedoch dazu entschieden hat, sich vom Strom leiten zu lassen, fühlt sie sich so, als ob enorme Hände sie ganz kräftig massiert hätten und eine innere Leere, aus welcher eine neue, unvermutete Energie aufsteigt, die sie vorwärts, in die Zukunft treibt. Sie ist im Fluss der Geburt bis zum Meer geschwommen, hat sich geöffnet und ist Mutter geworden, was für eine Reise!

Aus dem französischen Buch “J’accouche bientôt. Que faire de la douleur ?”

Schreibe einen Kommentar