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10 Gründe, warum so viele Frauen mit Schmerzen gebären (und so wenige mit Lust)

Vielleicht erstaunt es dich, dass wir Geburtsschmerzen in Frage stellen. Die Geburt unseres kleinen Leon hat in unserem kuscheligen Haus stattgefunden. Sie hat nur eine Stunde gedauert, war sanft und ohne Schmerzen. Wir sind keine Ausnahme. Tausende von Frauen auf dieser Welt beschreiben ihre Geburt als leicht und ekstatisch.

Dr. Dick Read ist der Meinung, dass eine gesunde Frau schmerzfrei und gefahrlos gebären kann, wenn sie in ihrer Weiblichkeit voll akzeptiert wird. Seine Behauptung laut Wikipedia ist folgende: Es gibt keinen Schmerz bei der Geburt oder vielmehr, es dürfte keinen geben. Den Begriff Wehenschmerz ersetzte er durch Muskelgefühl.

Wenn der Schmerz also vermeidbar ist, warum haben dann so viele Frauen schmerzvolle Geburten? Anbei eine Aufzählung, was unserer Meinung nach die 10 wichtigsten Faktoren sind:

1) Unser religiöses Erbe

Erinnere dich ans Paradies … und an Eva, die in den Apfel beißt bevor Gott ihr sagt: “du sollst unter Schmerzen Kinder gebären …”

Die häufigste Interpretation dieser Episode seit 20 Jahrhunderten beläuft sich auf dem Glauben, die Geburtsschmerzen seien eine Strafe Gottes für die Frauen, um für ihre Sünden, vor allem auch den sexuellen Genuss, zu büssen. Besteht vielleicht noch heute in unserem Unterbewusstsein der Glaube, die Geburtsschmerzen seien ein göttlicher Fluch? Welche Wirkung hätte es auf unsere Geburt, wenn wir uns von diesem Glauben befreien würden? Viele Entdecker der vergangenen Jahrhunderte haben übrigens beobachtet, dass Frauen aus Naturvölkern, welche noch nicht “evangelisiert” wurden, ihre Babys mit Leichtigkeit und weiblicher, tierischer Wildheit zur Welt brachten.

2) Unsere Kultur

Sei es von den Medien, den Mamas aus deinem Umfeld oder aus dem Ärztekreis, von allen Seiten her hörst du ständig wie schmerzhaft und riskant eine Geburt ist. Dein einziger Ausweg scheint zu sein, deine Geburt voll in die Hand eines Facharztes zu legen.

Wir leben in einer patriarchalischen Kultur, in der die Frauen ihre Macht den Männern übergeben (und in der die Männer die Macht übernehmen, beides geht Hand in Hand). Noch dazu ist es sehr verlockend, seine Entscheidungskraft an einen Experten im weißen Kittel abzugeben … obwohl die Geburt eigentlich ein sehr weibliches Ereignis ist, das Instinkte, die Verbindung mit sich selbst und dem Baby hervorruft, weit entfernt von der kopf- und kriegsgesteuerten Männerwelt. Es gilt also, den Frauen die Möglichkeit zu geben, sich ihre eigene Geburt zurückzuerobern, da sie selbst am besten wissen, was sie und ihre Babys benötigen, um sanft zu gebären. Es ist wahr, dass sich unsere Kultur, und vor allem auch die Medizin, im Umbruch befindet. Aber die Veränderung ist langsam, und mit Widerständen von allen Seiten verbunden. Jeder verteidigt seine Interessen und Überzeugungen. Sie steht also immer im Rückstand zu den neuesten und innovativsten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

3) Unsere Ängste

Ängste, egal ob bewusst oder unbewusst, können den Körper der Frau in Widerstand mit dem Geburtsprozess versetzen. Dieser erschwert die Geburtsarbeit und ruft mehr Sinnesempfindungen hervor, welche Angst auslösen, dann Widerstände, also Schmerzen, also noch mehr Angst … Dr. Dick-Read nannte dieses Phänomen Angst-Verkrampfungs-Schmerz-Syndrom (Fear-Tension-Pain-Syndrom).

Alle Frauen haben Angst vor der Geburt, das ist ganz normal. Sie haben Angst vor Komplikationen und Schmerz, aber vielleicht vor allem Angst, ihren Schattenseiten zu begegnen, welche oft so tief versteckt in uns sind und bei der Geburt an die Oberfläche kommen können. Die Lösung ist, nicht zu versuchen, die Ängste zu beseitigen, da dieser Kampf Spannung auslöst. Also, ganz im Gegenteil, heiße deine Ängste Willkommen, nimm sie an, sei dir ihrer bewusst und entwaffne sie, in dem du die bewusste Wahl triffst, dich nicht von ihnen leiten zu lassen. Dies wird dir noch leichter fallen, wenn du von einer oder mehreren Personen umgeben bist, die dir voll vertrauen und dich ermutigen. Die Wahl der Geburtsbegleiter kann also ausschlaggebend für den Verlauf der Geburt sein. Wenn du deine Ängste während der Geburt fürchtest, kannst du dir auch überlegen, ob du von einer Doula begleitet werden möchtest.

4) Unsere sexuellen Tabus

Sexualität ist für die meisten Menschen ein Tabuthema. Allein die Idee, die Geburt als einen Sexualakt anzusehen (was sie genau genommen ist), macht die meisten von uns verlegen. Unsere sexuelle Prägung ruft Gedanken an Besessenheit und Ekel wach. Wie müssen nur unsere Sprache beobachten, um zu bemerken, dass wir nicht in Frieden mit unserer Sexualität sind. Geburt hat viel mit Sexualität zu tun. Aus hormoneller Sicht gibt es keinen Unterschied. Eine Geburt ist mit einem verstärkten Sexualakt vergleichbar. Sexuelle Probleme und Traumata, die wir in uns tragen, schaffen Widerstand und erschweren die Geburt. Um eine erfüllende und genussvolle Geburt zu erleben, kann es für einige Frauen wichtig sein, im Vorhinein eine geistige und psychotherapeutische Arbeit an sich selbst zu beginnen.

5) Mangel an Vertrauen in sich selbst und in seinen Körper

Viele Frauen erleben einen Moment der Entmutigung während der Geburt. “Ich schaffe es nicht”, “es funktioniert nicht”, “es ist zu eng”, “gibt es ein Problem?” diese Sätze sind in der schwierigen Phase zu hören. Sie zeigen einen großen Mangel an Selbstvertrauen und Vertrauen in den eigenen Körper.

Alle Arten von psychischen und physischen Erkrankungen (wie Krebs), die für unsere Zivilisation typisch sind, lassen uns befürchten, dass sich unser Körper jederzeit gegen uns selbst wenden könnte. Es ist schwierig für uns zu sehen, dass die Fehlfunktionen des Körpers und des Geistes nur ein Symptom der großen fehlenden Verbindung mit uns selbst ist. Indem wir es wieder lernen, die unendliche Weisheit unseres Körpers zu sehen und zu würdigen, können wie alles verändern, angefangen mit der Geburt unserer Kinder.

6) Die Geburt wird als medizinischer Notfall angesehen

Als “Patient”, schwirren einem die Wörter “Krankheit”, “Gefahr”, “Schmerz”, “Notfall”, usw. durch den Kopf. Was steht für die Geburt auf dem Programm? Saugglocke? Geburtszangen? PDA? Dammschnitt oder Kaiserschnitt? Der Notfall-Charakter löst die Ausschüttung von Stresshormonen (Cortisol und Adrenalin) aus, welches dem Körper hilft, zu kämpfen, zu fliehen oder sich tot zu stellen. Aber, damit das Baby sanft zur Welt kommt, sollte der Körper weder kämpfen, noch fliehen, noch in höchster Erschöpfung sein. Er benötigt im Gegenteil die Aktivierung des Hormonsystems der Entspannung und der Liebe (geleitet durch Oxytocin), das den Körper auf die Geburt vorbereitet. Gefühle von Notfall oder Gefahr während der Geburt aktivieren die Stresshormone, welche die Hormone der Geburt hemmen.

7) Bewegungsmangel

Zu viele Frauen vergessen, dass es wichtig ist, sich vor und während der Geburt zu bewegen, zu laufen oder zu tanzen. Sie bleiben sitzen oder liegen und vergessen, dass ihr Körper Sauerstoff benötigt, ihr Becken sich öffnen muss und ihr Baby durch den Geburtskanal “geschaukelt” werden will. Auch wenn du dich manchmal hinlegen willst, um dich auszuruhen, vernachlässige dennoch nicht die aufrechte Position, sobald es dir dein Körper ermöglicht. Du solltest auf die Empfindungen deines Körper achten. Wichtig ist auch, dass du dich ausgewogen ernährst, damit dir keine Energie fehlt, wenn dein Körper Bewegung benötigt.

8) Eine ungeeignete Position

Wenn du das Wort “Geburt” hörst, welches Bild entsteht vor deinem inneren Auge? Das, einer leidenden Frau, mit gespreizten Beinen in ihrem Krankenbett liegend? Dies ist in der Tat heute noch die am häufigsten angewandte Geburtsposition. Es ist jedoch die am wenigsten geeignete Position fürs Baby im Geburtskanal und für die Frau, ihre Intimität zu bewahren.

Bis vor einigen Jahren, konnten Hebammen Frauen nur in einer einzigen Position beim gebären helfen: mit gespreizten Beinen auf dem Rücken liegend. Dank aller Studien, welche zu diesem Thema durchgeführt wurden, weiß man heutzutage, dass die Rückenlage die meisten Schmerzen und Probleme im Verlauf der Geburt verursacht. Schwedische Entbindungskliniken haben es längst verstanden. In Deutschland wird es wohl noch einige Jahre dauern, bis sich dieses Bewusstsein überall verbreitet hat.

Alle Frauen, die natürlich und schmerzfrei gebären, wählen ihre individuellen Positionen während der gesamten Geburt. Sie begeben sich nur in Positionen, welche ihnen guttun.

9) Eine ungeeignete Atmosphäre

In der oft kalten und sterilen Krankenhausatmosphäre, weit entfernt von ihrem kuscheligen Zuhause, leidet die Frau schnell an Erschöpfung, Kälte, Hunger oder Durst. Jeder dieser Zustände ist ein zunehmender Schmerzfaktor. Deshalb ist es wichtig sicherzustellen, dass die Mutter ihren Bedürfnissen während der Geburt nachgehen kann, vor allem wenn sie nicht in ihrer heimatlichen Umgebung sein kann.

Das Gefühl von Unsicherheit und mangelnder Privatsphäre, welches in einem kalten und desinfizierten Raum schnell aufkommen kann, erschwert die totale Entspannung der Mama und die Befreiung der Geburtshormone, vor allem des Oxytocins. Es ist demnach sehr wichtig, seinen Geburtsort, egal wo, so vertraut und kuschelig wie möglich einzurichten.

10) Pitocin

Künstliche Geburtseinleitungen sind alltäglich geworden. Die Verabreichung von Pitocin (künstliches Oxytocin) während der Geburt betrifft heutzutage mehr als 50% aller Geburten in ganz Deutschland. Es besteht kein Zweifel über die guten Ergebnisse, die es der Pharmaindustrie einbringt; es ist hingegen viel fragwürdiger wie es für die Frauen und Babys aussieht.

Das Pitocin beschleunigt die Geburt, indem es intensive Gebärmutterkontraktionen verursacht, und das in einem Moment, in dem der Körper noch gar nicht dafür bereit ist. Endorphine sind Hormone, welche den Schmerz hemmen und vom Körper auf natürliche Art produziert werden, wenn er bereit ist, die Wellen der Kontraktionen zu empfangen. Ohne diese natürliche Betäubung leiden Frau und Baby viel mehr unter der Geburt. Noch dazu ist das Pitocin nicht ohne Nebenwirkungen für Mutter und Kind.

Du wirst vielleicht sagen, dass es zahlreiche Hindernisse für eine sanfte und schmerzfreie Geburt gibt. Du hast Recht, aber sie sind bei weitem nicht unüberwindlich! Also was du brauchst, ist Bewusstsein, Vertrauen und Vorbereitung. Wir sind da, um dich auf deinem Weg zur selbstbestimmten und schmerzfreien Geburt zu begleiten. Sagt uns in den Kommentaren, ob euch dieser Artikel gefallen hat und was eure größten Hindernisse bei eurer Traumgeburt sind.

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